Kleiner Beutenkäfer

Der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) ist ein bienenschädlicher Käfer, der ursprünglich aus Afrika stammt und sich in den letzten Jahrzehnten weltweit ausgebreitet hat. Für Imker stellt er eine ernstzunehmende Bedrohung dar, da er Bienenvölker erheblich schwächen oder sogar zerstören kann.

Herkunft und Verbreitung

Ursprünglich ist der Kleine Beutenkäfer in Subsahara-Afrika beheimatet. Von dort wurde er durch den internationalen Handel verschleppt und ist heute unter anderem in folgenden Regionen nachgewiesen:

  • Nordamerika (USA)
  • Australien
  • Teile Südeuropas (z. B. Italien)

Situation in Deutschland

In Deutschland gilt der Kleine Beutenkäfer aktuell nicht als etabliert. Es kommt jedoch immer wieder zu erhöhten Wachsamkeitsmaßnahmen, da:

  • Eintrag über importierte Bienen oder Imkereimaterial möglich ist
  • Deutschland als gefährdetes Gebiet gilt
  • Es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche handelt

Behörden wie das Friedrich-Loeffler-Institut überwachen die Lage intensiv.

Lebensweise und Schadbild

Der Käfer befällt Bienenstöcke und legt seine Eier direkt in der Beute ab.

Typische Schäden:

  • Larven fressen Honig, Pollen und Brut
  • Honig beginnt zu gären („schleimiger Honig“)
  • Waben werden zerstört
  • Bienenvölker können flüchten oder zusammenbrechen

Die Larven verlassen später den Stock und verpuppen sich im Boden – dadurch ist die Bekämpfung besonders schwierig.

Erkennung

Anzeichen für einen Befall sind:

  • Kleine, dunkelbraune Käfer (ca. 5–7 mm groß) im Bienenstock
  • Weißliche Larven in den Waben
  • Schleimige Rückstände im Honig
  • Unruhige oder flüchtende Bienenvölker

Behandlung und Bekämpfung

1. Vorbeugung

Die wichtigste Maßnahme ist Prävention:

  • Nur geprüfte Bienen und Material verwenden
  • Regelmäßige Kontrollen der Völker
  • Sauberkeit im Bienenstand
  • Keine offenen Honigreste stehen lassen

2. Mechanische Maßnahmen

  • Einsatz von Käferfallen im Bienenstock
  • Entfernen befallener Waben
  • Bodenbearbeitung rund um den Stock (gegen Verpuppung)

3. Chemische Bekämpfung

In betroffenen Ländern werden teilweise Insektizide eingesetzt. In Deutschland ist dies jedoch streng geregelt und meist nicht notwendig, da:

  • Kein etablierter Befall vorliegt
  • Bekämpfung im Seuchenfall behördlich angeordnet wird

4. Maßnahmen im Seuchenfall

Wird der Kleine Beutenkäfer nachgewiesen:

  • Sofortige Meldung an das Veterinäramt
  • Einrichtung von Sperrbezirken
  • Mögliche Vernichtung befallener Völker
  • Intensive Überwachung im Umkreis

Weiterführende Informationen: